Geschichte

Die Geschichte des Hauses zum „Goldenen Schlüssel“

Zweifellos zählen die Gassen auf der Nord- und Ostseite der St. Peterskirche zum ältesten Stadtteil Zürichs am linken Limmatufer. Die mittelalterliche Besiedlung zu Füssen des Hügels, auf dem die älteste Pfarrkirche der Stadt trohnt, ist von der Geschichtsforschung längst erwiesen. Neben der Strehlgasse (der alten Reichsstrasse, auf welcher sich der Verkehr vom Rennweg zur einzigen fahrbaren Brücke über die Limmat bewegte) der Strasse „In Gassen“ und der Schmidgasse (der heutigen Storchengasse) gehörte nicht zuletzt die St. Petersgasse, die jetzige Schlüssselgasse, zur Gruppe der sehr alten Gassen der „Kleinen Stadt“, wie der Stadtteil südlich der Limmat stets genannt wurde.

  • 1284 Die St. Petersgasse wird zum ersten Mal urkundlich genannt.
  • 1325 In einer Urkunde wird zum ersten Male das Haus mit seinem Namen genannt.
  • 1533 Der Schlüssel an der Petersgasse figuriert unter den Wirshäusern der Stadt.

Wenn in früheren Zeiten in Zürich nur wenig fremder Wein getrunken wurde, so lag der Grund nicht zuletzt im Umstande, dass rings um Zürich die Rebkultur bedeutend war und es für die Obrigkeit vor allem darum ging den Absatz des einheimischen Weins zu schützen. Jahrhundertelange Gewohnheit ist stark, und es bedurfte der vermehrten Freizügigkeit von Handel und Wandel, wie sie ds 19. Jahrhundert brachte, um auch auf dem Gebiete des Weinkonsums veränderte Bedürfnisse zu wecken.

In der Geschichte des Absatzes fremder Weine in der Stadt Zürich spielt nun das Haus zum Schlüssel, das heisst die so benamste Gastwirtschaft eine besondere Rolle. Sie wurde zum ausgesprochenen Orte des Ausschanks von Veltlinerweinen in unserer Stadt, und so war es nicht von ungefähr, dass der uralte Hausname bereits in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts sozusagen verdrängt wurde, durch die heute albekannte Bezeichnung „VELTLINERKELLER“. Wir dürfen annehmen, dass bereits Niklaus Simeon anno 1870 in der Wirtsstube an der Schlüsselgasse den dunkelroten Wein aus dem ehemaligen Graubündner Untertanenland seinen Gästen kredenzte. Dass das Haus zum Schlüssel seit 1870 ausnahmslos im Eigentum von Bündnern steht, zeigt deutlich, dass die Bündner Weinbauern und Weinlieferanten den „Veltlinerkeller“ als einen konstanten und bewährten Ort für den Absatz ihres Weines werten.

Die Zeit ist nicht stillgestanden im „Schlüssel“. Wenn die Gäste in der heimeligen Wirtsstube dieses jahrhundertalten Hauses beim Glas Veltliner sitzen, schweifen ihre Gedanken villeicht zurück in die Vergangenheit und manch einer der älteren Gäste denkt dabei wohl auch an die prominenten Persönlichkeiten, die einst im „Veltlinerkeller“ an Speis und Trank sich erlabten.

Das Haus zum Schlüssel hat im Laufe der Jahrhunderte Unzählige durch seine Türe ein- und ausgehen sehen. So ist den zu wünschen, dass nicht nur das alte Haus zum Schlüssel fernerhin zm Schmucke Zürichs beitragen möge, sondern dass auch der „Veltlinerkeller“ stets eine geschätzte Stätte der Gastlichkeit in unserer Stadt bilde.